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Stofffluss- und Akteursmodell als Grundlage für ein aktives Ressourcenmanagement im Bauwesen von Baden-Württemberg (StAR-Bau)

Stofffluss- und Akteursmodell als Grundlage für ein aktives Ressourcenmanagement im Bauwesen von Baden-Württemberg (StAR-Bau)
Ansprechpartner:

M.Sc. Wirt.-Ing. Richard Müller

Förderung:

Baden-Württemberg Stiftung

Partner:

ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH

Karlsruher Institut für Technologie (KIT) - Lehrstuhl Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus (ÖÖW)

Starttermin:

04/2015

Endtermin:

04/2018

Gebäude und Infrastrukturen induzieren im Laufe ihres Lebenszyklus große Energie- und Stoffströme, die insbesondere regionale Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben. Allein rund 40% des Energiebedarfs und rund 50% des jährlichen Abfallaufkommens in Deutschland sind dem Bausektor zuzuordnen. Letzteres entspricht im Durchschnitt rund 2,5 t jährlichem Bauabfallaufkommen pro Einwohner. Demographische Veränderungen und eingeschränkte Flächeninanspruchnahme führen zu zusätzlichen Baumaßnahmen im Bestand in Form von Sanierungen oder Ersatzneubauten in städtischen Gebieten.

Ziel des Projektes ist es in einem ersten Schritt ein detailliertes, regional und zeitlich aufgelöstes Stoffstrommodell des baden-württembergischen Gebäude- und Infrastrukturbestands und seiner Entwicklung zu erarbeiten, das die derzeitige Situation abbildet und mögliche regionale Verwertungspfade unter verschiedenen Rahmenbedingungen prognostizieren kann. Abgebildet werden sollen Stoffströme, die bei Neubau, Sanierung, Umnutzung und Rückbau anfallen sowie die daraus resultierenden Aufbereitungs- und Verwertungsprozesse. Zudem sollen Recycling- und Ressourcenschonungspotenziale durch Verknüpfung des RC-Baustoffangebots mit der -nachfrage auf regionaler Ebene ermittelt werden.

In einem zweiten Schritt sollen relevante Akteure befragt und ihre Interessen in einem systemdynamischen Modell unter verschiedenen dynamisch veränderten Rahmenbedingungen abgebildet und untersucht werden. Veränderbare Rahmenbedingungen können beispielsweise verschiedene politische Instrumente und deren Einflüsse auf Entscheidungsträger sein, aber auch neue Netzwerkstrukturen und Technologien zur Gewinnung von Baustoffen aus dem Bestand wie etwa Standorte für Baustoffaufbereitungsanlagen und -techniken. Die im zu entwickelnden Modell abgebildeten Einzelentscheidungen der Akteure bilden aggregiert die zustande kommenden Baustoff-Verwertungspfade, die anschließend im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte mittels ökonomischer, ökologischer und soziokultureller Indikatoren bewertet werden. Es ist weiterhin geplant, aus der Bewertung der Verwertungspfade geeignete Instrumente und Steuerungsoptionen sowie Handlungsempfehlungen aus staatlicher Sicht zur Umsetzung entsprechender Kreislaufwirtschaftskonzepte abzuleiten.