flexQgrid: Praxisorientierte Implementierung des quotenbasierten Netzampelkonzepts zur Bereitstellung von Flexibilität im Verteilnetz

  • Ansprechpartner:

    Nico Lehmann
    Daniel Sloot
    Dr. Armin Ardone

  • Förderung:

    Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

  • Partner:

    9 Partner aus Industrie und Wissenschaft: Netze BW GmbH, Entelios AG, PSI Software AG, Universität Stuttgart, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), BlockInfinity GmbH, Fichtner IT Consulting GmbH, FZI Forschungszentrum Informatik

    Assoziierte Partner: PREdistribuce, a.s.,

  • Starttermin:

    2019

  • Endtermin:

    2022

Das flexQgrid-Projekt soll einen wesentlichen Beitrag sowohl zur Realisierung von Flexibilität im Verteilungsnetz als auch zur Bereitstellung von Flexibilität für vorgelagerte Spannungspegel leisten.

In flexQgrid werden die im Projekt „Grid Control“ (www.project-grid-control.de) entwickelten Ansätze für ein quotenbasiertes Netzampelkonzept weiterentwickelt und getestet. Mit einer Intraday-Implementierung des Quotenmodells und der Einrichtung eines Sekundärhandels kann weiteres Flexibilitätspotenzial im Verteilungsnetz genutzt werden. Dabei ist wichtig, dass Anlagenbesitzer (Privatpersonen und Marktteilnehmer) bereit sind, Flexibilität zu bieten. Aus diesem Grund werden geeignete Anreize für die Bereitstellung von Flexibilität unter Einbeziehung dieser Stakeholder untersucht. Darüber hinaus werden die technischen Rahmenbedingungen untersucht, die vor und während der Umsetzung eines Quotenmodells zu berücksichtigen sind. Schließlich wird die Vereinbarkeit des Quotenmodells mit dem rechtlichen und regulatorischen Rahmen untersucht und Anpassungsoptionen erarbeitet.

Die entwickelten Lösungen werden im Feld getestet. Ziel ist es, die Infrastruktur intelligenter Zähler zu nutzen, wie sie derzeit in Deutschland installiert werden. Neben Batteriespeicher- und Stromerzeugungssystemen sollen auch Flexibilitätsoptionen für die sektorale Kopplung (Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge) und andere flexible Verbraucher integriert werden. Um ein flexibles Angebot an Flexibilität zu gewährleisten, wird das dynamische Verhalten dieser Anlagen in Simulationen und Labortests untersucht. Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse werden Handlungsempfehlungen abgeleitet und eine Roadmap mit den notwendigen Schritten für die Anwendung des quotenbasierten Netzampelkonzepts entwickelt.

Im Rahmen von flexQgrid wird der Lehrstuhl für Energiewirtschaft die Anreize untersuchen, die für die Bereitstellung von Flexibilität im Niederspannungsnetz erforderlich sind. Die Preis-Mengen-Kombinationen auf der Angebots- und Nachfrageseite der Flexibilität sind weitgehend unbekannt und müssen vor Einführung eines Quotenmodells beispielhaft erhoben werden. Dafür werden Instrumente entwickelt, z.B. Umfragen und Experteninterviews, die es ermöglichen, die Präferenzen von Flexibilitätsanbietern zu ermitteln und so die sozioökonomischen Randbedingungen zu quantifizieren. Ziel ist es, verlässliche und valide Ergebnisse zu erzielen und diese Ergebnisse in die Marktsimulationen einzubeziehen. Auf diese Weise können das Marktverhalten beobachtet und Rückschlüsse auf das Marktdesign gezogen werden.