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KLIMOPASS: Analyse der industriellen Vulnerabilität gegenüber klimawandelinduzierten Risiken in Ballungsräumen in Baden-Württemberg

KLIMOPASS: Analyse der industriellen Vulnerabilität gegenüber klimawandelinduzierten Risiken in Ballungsräumen in Baden-Württemberg
Ansprechpartner:

Hanns-Maximilian Schmidt

Marcus Wiens

Starttermin:

10/2013

Endtermin:

10/2014

In der Industrie können sich schwankende Wetterparameter oder die Zunahme von Extremwetterereignissen im Unternehmensergebnis widerspiegeln und so die Wirtschaftlichkeit einer Anlage oder eines Betriebes nachhaltig stören. Zur Abschätzung der industriellen Vulnerabilität in der Metropolregion Stuttgart wurde eine indikatorbasierte Analyse entwickelt und durchgeführt, die es erlaubt, regionsspezifische Merkmale, wie die Bevölkerungsdichte oder den Gebäudebestand, die regionalen Projektionen des Klimas und die industriespezifischen Eigenschaften, wie die Abhängigkeit von Elektrizität und Wasser, auf Gemeindeebene zu kombinieren und mittels geographischer Informationssysteme zu visualisieren.
Hierfür wurden unterschiedliche Szenarios und Gewichtungen eingeführt, um die Verwundbarkeit der regionalen Industrie hinsichtlich einer steigenden Anzahl an heißen und trockenen Tagen, Eis- und Frosttagen sowie der sich verändernden maximalen Windgeschwindigkeiten und Niederschlagsintensitäten zu messen und ihnen vergleichbare Werte zuzuordnen. Die Ergebnisse zeigen, dass durch die allgemein hohen Anforderungen der im Land weit verbreiteten und im Raum Stuttgart besonders geballten Automobil- und Elektroindustrie sowie durch die besondere Verwundbarkeit der Wasser- und Energieversorgung einzelne Regionen besonders vom Klimawandel beeinträchtigt werden könnten. Energie-, wasser- und personalintensive Unternehmen werden demnach die Auswirkungen am deutlichsten zu spüren bekommen. Auf Gemeindeebene bedeutet dies auch, dass gerade Ballungsräume mit zunehmender Spezialisierung betroffen sein werden. Im betrachteten Raum weisen die Stadt Stuttgart und ihr unmittelbares Umland eine besondere Vulnerabilität gegenüber dem Klimawandel auf, die aus der Aggregation aller Vulnerabilitätsindikatoren entsteht. 

 

 

Projektbezogene Veröffentlichungen:

MERZ, M., HIETE, M. COMES, T. & SCHULTMANN, F (2013): A composite indicator model to assess natural disaster risks in industry on a spatial level. Journal of Risk Research. 16(9), 1077-1099.

HIETE, M., MERZ. M., COMES, T. & SCHULTMANN, F. (2012): Trapezoidal Fuzzy DEMATEL method to analyse and correct for relations between variables in a composite indicator for disaster resilience. OR Spectrum, 34(4), 977-995.

MERZ, M. (2011): Entwicklung einer indikatorbasierten Methodik zur Vulnerabilitätsanalyse für die Bewertung von Risiken in der industriellen Produktion. KIT-Verlag, Karlsruhe.