Bidirektionales Lademanagement (BDL)

  • Ansprechperson:

    Sabrina Ried
    Nora Baumgartner
    Dr. Kira Schumacher
    Fritz Braeuer

  • Förderung:

    Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
    Förderkennzeichen 01MV18004H

  • Projektbeteiligte:

    BMW Group
    KOSTAL Industrie Elektrik GmbH
    TenneT TSO GmbH

    Bayernwerk Netz GmbH

    Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

    Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH

    Universität Passau

  • Starttermin:

    05/2019

  • Endtermin:

    04/2022

                                                           
Ziel des interdisziplinären Forschungsprojekts ist die Entwicklung und Erprobung eines intelligenten und bidirektionalen Lademanagementsystems sowie der zugehörigen Komponenten für Elektrofahrzeuge. Die Entwicklungen werden darüber hinaus in einem Feldtest mit 50 rückspeisefähigen BMW i3s erprobt werden. Dabei sollen die Elektrofahrzeuge sowohl aus System- als auch Akteurssicht vorteilhaft in das Energieversorgungssystem integriert werden.

Für dieses Vorhaben werden vielfältige Innovationen in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Ladehardware, Lademanagement und Kommunikationsschnittstellen zu den energiewirtschaftlichen Stakeholdern benötigt. Im Rahmen des Forschungsprojekts werden neben rückspeisefähigen Systemen für Fahrzeuge und Wallboxen auch Technologien für Energiemanagementsysteme, Hard- und Software zur Steuerung von Ladevorgängen, sowie digitale Services entwickelt. Die entwickelten Lösungen werden in unterschiedlichen Anwendungsfällen für bidirektionales Lademanagement erprobt, bei denen die Fahrzeugbatterien als mobile Energiespeicher agieren, die auch ins Stromnetz rückspeisen können. So können beispielsweise gezielt Strom aus erneuerbaren Energien genutzt oder netzentlastende Ladestrategien erforscht werden. Zudem werden im Projekt rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen beleuchtet und die Akzeptanz und Benutzerfreundlichkeit der entwickelten Lösungen im Feldtest erforscht.

Kernaufgabe im BDL-Projekt ist es, die Flexibilität und Batteriekapazität der Elektrofahrzeuge sowohl aus System- als auch Akteurs-Sicht vorteilhaft in das Energieversorgungssystem zu integrieren. Deshalb untersucht das KIT im Projekt die Wechselwirkungen von bidirektionalem Lademanagement mit Strommärkten und -netzen und die Potenziale für kostengünstigen und emissionsarmen Ladestrom. Dazu werden bestehende Energiesystemmodelle um Elektromobilität inklusive Rückspeisefähigkeit erweitert. Auswirkungen von Vehicle-to-Grid (V2G) auf den europäischen Strommarkt werden mithilfe des agentenbasierten Strommarktsimulationsmodells PowerACE analysiert. Darüber hinaus wird das Potenzial von V2G zur verbesserten Integration erneuerbarer Energien auf Basis eines Netzmodells untersucht. Um die Chancen und Risiken für bidirektionales Lademanagement sowohl aus Energiesystem- als auch aus Nutzersicht zu identifizieren, beteiligt sich das KIT zudem an der Nutzerakzeptanzforschung und unterstützt dadurch den ganzheitlichen Forschungsansatz des BDL-Projekts.